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Volles Haus und voller Klang - Jubiläumskonzert im Bamberger Dom PDF Drucken E-Mail
Der Bamberger OratorienChor begeistert mit seinem Festkonzert über 500 Zuhörer im Bamberger Dom.

Ein 175jähriges Jubiläum verdient einen würdigen Höhepunkt. Den hatte der Bamberger OratorienChor und sein Orchester mit der Bamberger Uraufführung der As-Dur Messe von Franz Schubert gefunden. Immerhin ein Werk, das in der Fachwelt lange Zeit als fast unauführbar galt. Und eines, an dem der österreichische Komponist über sieben Jahre seines Lebens arbeitete und in dem er seinen ganz persönlichen Glauben manifestierte.


Grund genug für Christoph Dartsch und seine Sänger, diese klanggewaltige Messe auf das Jubiläumsprogramm zu setzen. Zuvor erklangen noch das Mottostück des Jubiläums des ältesten Bamberger Bürgerchores, "Venite Populi" (KV260) von Wolfgang Amadeus Mozart und "Adagio und Fuge in c-Moll" (KV564). Bereits das achtstimmige Werk Mozarts zeigte, zu welcher Klangdichte und Klangvielfalt der Bamberger OratorienChor und sein Orchester fähig sind. Immer wieder rangen erster und zweiter Chor um den Sieg im Wettstreit um Mozarts Meisterschaft in der Lobpreisung Gottes, um am Ende beide gleichermaßen Sieger zu sein. Gewonnen hatten auch die Zuhörer, sie durften dieses selten aufgeführte Stück als großes Klangerlebnis genießen. 

Eher verhalten und zart dagegen "Adagio und Fuge in c-Moll", eindrucksvoll vorgetragen von den Musikern des Orchesters des Bamberger OratorienChores, mit dem der Chor seit einigen Jahren wieder regelmäßig musiziert. Die Mitglieder sind professionelle Musiker, Jugend-Musiziert-Preisträger und weitere Aktive aus dem regionalen und überregionalen Musikleben.

Anschließend war es angerichtet für den Höhepunkt des Abends und die ersten Töne des Kyrie erklangen. In der As-Dur-Messe zeigen sich die gesamte kreative Kraft und Bandbreite Franz Schuberts, zudem der hochemotionale Tiefgang, mit dem der Komponist den Inhalt der einzelnen Teile einer Messe in Musik umsetzte. Mit dem Gloria schuf er einen klangvollen Lobpreis, der in der Schlussfuge "Cum sancto spiritu" allen Beteiligten unendlich viel abverlangt. Hier zeigten Sänger und Orchester ihre hohe Qualität. Im nachfolgenden zentralen Satz, dem "Credo", vereinigen sich Spiritualität und künstlerische Meisterschaft zu einem faszinierenden Gesamtkunstwerk. "Credo - Ich glaube" stellt eigentlich nur die Einleitung des Glaubensbekenntnisses dar, Schubert jedoch wiederholt dieses Wort immer wieder als Manifestation, verzichtet dabei aber auf den Verweis auf die katholische Kirche als solche - das gab schon immer Anlass zum Nachdenken. Schuberts Komposition stellt sowohl rhythmisch als auch vom Stimmumfang her höchste Ansprüche an die Ausführenden, zu denen auch die Solisten Martina Nawrath (Sopran), Kerstin Rosenfeldt (Alt), Christof Rosenbaum (Tenor) und Thomas Rosenfeldt (Bass) gehörten. Professionell und immer solide an Schuberts Partitur orientiert meisterte das Quartett alle seine Partien und erreichte dabei mühelos auch die letzten Winkel des Bamberger Kaiserdomes. Den letzten Tönen des "Agnus Dei" folgte ein langes egriffenes Innehalten, bevor das Publikum mit einem langanhaltenden Applaus allen Mitwirkenden einen intensiven Dank für dieses besondere Erlebnis zollte. 

Insgesamt zeigten Chor und Orchester sich dieser Mammutaufgabe mehr als gewachsen und bewiesen zum wiederholten Male in diesem Festjahr, dass sich beide in den letzten Jahren eine Basis hoher musikalischer Qualität erarbeitet und sich gerade auf den Höhepunkt ihrer 175-Jahr-Feier akribisch gut vorbereitet hatten. Wir dürfen uns also auf die weiteren Konzerte des Bamberger OratorienChores freuen, das nächste ist das Abschlusskonzert des Festjahres am 23. Oktober in der Kunigundenkirche in der Gartenstadt.
 

Bamberger OratorienChor